Lerncoaching

Schulische Misserfolge beruhen nicht immer auf fachlichen Defiziten. Deswegen geht unsere Lernförderung über die Nachhilfe hinaus. An vielen Schulen werden bereits gute Angebote wie Methodentrainigs oder „Lernen lernen“ angeboten. Diese Kurse erhöhen sicher die lernmethodische Kompetenz der Schüler, schaffen aber selten Lernmotivation. Methodentrainings nach dem Gießkannenprinzip sind häufig wirksam aber nicht immer.

Unser Lerncoaching ist zielgruppengerecht in der Kleingruppe in der Schule. „Checker“, „Chiller“ und „Hasenfüße“ sind die Archetypen bzw. Zielgruppen nach denen wir den Aufbau unseres Lerncoachings ausrichten. Diese drei Typen verbindet, dass die für schulischen Erfolg notwendigen Begabungen zwar vorhanden sind, sich dieser aber dennoch nicht einstellt. Da sie sich aber in ihren grundsätzlichen Verhaltensmustern unterscheiden, sind auch unsere Coachings auf jeden dieser Typen abgestimmt. Die Gruppenzusammensetzung spielt daher eine deutlich größere Rolle als im Bereich der Nachhilfe.

Checker“ empfinden alle gestellten Aufgaben auf den ersten Blick als einfach. Sie streben nach sozialer Anerkennung, weshalb sie ständig gute Leistungen demonstrieren möchten. Bleiben diese dann aus, sinkt die Motivation und die aktive Teilnahme am Unterricht ist extrem schwankend. Sie haben Schwierigkeiten mit der Selbsteinschätzung, sind jedoch auch bei noch so schlechten Leistungen extrem zuversichtlich, alles aufzuholen zu können.

Chiller“ leiden unter akuter „Aufschieberitis“. Sie möchten am liebsten keine Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen und schieben alle Aufgaben vor sich her, bis der Berg zu hoch ist, um ihn noch abarbeiten zu können. Ist dieser Punkt erreicht, sinkt die Motivation, überhaupt noch mit einer Aufgabe anzufangen. Zeitgleich steigt der Druck und der „Chiller“ beginnt, die Arbeit komplett zu verweigern. „Chiller“ benötigen eine feste Struktur und viel Kontrolle, um diese Muster aufzubrechen.

Hasenfüße“ sind misserfolgsängstlich. Sie wünschen sich Sicherheit und Geborgenheit und trauen sich häufig nicht, ihr Können und Wissen zu zeigen. Sie sind überzeugt davon, die an sie gestellten Aufgaben nicht alleine zu schaffen und vermeiden diese, wenn die Gefahr besteht, dass andere Schüler oder Lehrkräfte ihre Schwäche bemerken könnten. Ihre von ihnen angenommenen schwachen Leistungen sollen den anderen auf jeden Fall verborgen bleiben.

Die Zugehörigkeit zu einem dieser Archetypen kann und muss anhand von standardisierten Testungen herausgefunden werden, um die Gruppenzusammensetzung für ein Lerncoaching sinnvoll gestalten zu können. Offensichtlich ist, dass jede dieser Gruppen einen anderen Trainingsansatz und –aufbau benötigt, um erfolgreich zu sein.

Diagnostik

Zur Typisierung und Planung des Lerncoachings kommen bei uns folgende standardisierte Testverfahren zum Einsatz:

d2- Revision

Der Test d2- Revision ist ein Aufmerksamkeit-Belastungstest, der eine intensive Konzentrationsleistung über 5 Minuten misst. Nach der Auswertung liegen Daten über das Arbeitstempo und die Sorgfalt eines Schülers vor, woraus sich dann die Konzentrationsleistung ergibt. Alles Werte, die für schulischen Erfolg – insbesondere in Test- und Prüfungssituationen - entscheidend sind.

DISK-Gitter

Schulische Selbstkonzepte besitzen eine hohe Relevanz im Zusammenhang mit schulischem Lern- und Arbeitsverhalten. Mit Hilfe des differentiellen schulischen Selbstkonzept- Gitters werden diese allgemein und schulfachspezifisch erfasst. Mit der Auswertung wird klar, ob ein Schüler sich den allgemeinen schulischen Anforderungen gewachsen fühlt. Dieser Wert kann dann mit dem Selbstkonzept in den Unterrichtsfächern Deutsch, Mathe, Englisch, Biologie, Physik und Geschichte abgeglichen werden, um ein sinnvolles Lerncoaching zu planen, denn das eigene schulische Selbstkonzept steht in engem Zusammenhang zu den gezeigten Leistungen in den einzelnen Unterrichtsfächern. Die Arbeit an einem erhöhten Selbstkonzept führt also in der Regel zu einer Leistungssteigerung, besonders im Bereich der mündlichen Mitarbeit.

SELLMO

Die Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation dienen der Ursachenfindung, wenn die Lernerfolge eines Schülers hinter den Erwartungen zurückbleiben. Dafür existieren in der Regel zwei Ursachen, die nicht mit äußeren Umständen in Verbindung stehen. Entweder fehlt es an der nötigen Begabung für ein Unterrichtsfach oder an der Motivation, die vorhandene Begabung zu nutzen. Beide Gründe führen zu schlechten Noten und schulischen Misserfolgen. Anhand der Auswertung von SELLMO können Rückschlüsse auf das Arbeitsverhalten eines Schülers gezogen werden. Dieser Test dient daher vorrangig zur Ermittlung der oben genannten Archetypen.

Alle Testungen werden von erfahrenen Testleitern durchgeführt und ausgewertet. Sie können in der Gruppe durchgeführt werden, was ca. eine Unterrichtsstunde in Anspruch nimmt. Anhand der Ergebnisse werden die Schüler dann in Gruppen eingeteilt, die den oben genannten Archetypen entsprechen, sodass dann ein maßgeschneidertes Lerncoaching mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten stattfinden kann.